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Trotz der guten Ergebnisse der Fennecs steckt die FAF in der Krise

Der Präsident des algerischen Fußballverbandes, Djahid Zefizef, ist ein Jahr nach seiner Wahl zurückgetreten. Die FAF versucht, ihren kontinentalen Einfluss auszuweiten, bislang erfolglos.

Djahid Zefizef war offenbar fehl am Platz. Der Präsident des algerischen Fußballverbandes (FAF) wird nicht lange bleiben. Am 7. Juli 2022 übernahm Djahid Zefizef die Nachfolge von Charaf-Eddine Amara. Letzterer war nach etwas mehr als einem Jahr im Amt zurückgetreten. Zefizef wird es nicht besser gemacht haben: Fast auf den Tag genau ein Jahr nach seiner Ernennung zum Präsidenten der FAF tritt auch er zurück.

Es sind nicht die Ergebnisse der Fennecs, die in Frage gestellt werden: Die algerische Auswahl übertraf die Qualifikation für den Afrikanischen Nationen-Pokal (CAN) 2023 und holte einen Tag vor Schluss 15 von 15 möglichen Punkten. Der Afrikameister von 2019 wird daher trotz eines Einbruchs im letzten CAN am Wettbewerb teilnehmen. Djamel Belmadi, Trainer, führt sein Boot nach der Enttäuschung der Weltmeisterschaft weiterhin (gut). Zusätzlich zu den Fennecs organisierte Algerien hervorragend die Afrikanische Nationenmeisterschaft (CHAN), trotz des Schluckaufs mit Marokko.

Das vergessene Training

Warum also flüchtete Djahid Zefizef? Dem Präsidenten der FAF wird vorgeworfen, wichtige Themen wie Training oder Nationalfußball vernachlässigt zu haben. Die Klärung dieser Fragen hätte es ermöglichen können, ein Detail der Auswahl zu klären: die Omnipräsenz binationaler Spieler, die größtenteils in Frankreich geboren, aber vor allem ausgebildet wurden. Ohne ein ehrgeiziges Trainingsprogramm bleiben die Fennecs auf Spieler angewiesen, die die Wahl zwischen einem Wechsel zu den Blues und den Greens haben.

Aber darüber hinaus ist es auch die internationale Aura des FAF-Präsidenten, die seinen Sturz herbeigeführt hat. Ein echtes Symbol: Zefizef war zum Zeitpunkt seines Rücktritts gerade von einer Generalversammlung der Konföderation des Afrikanischen Fußballs (CAF) zurückgekehrt. CAF war genau genommen eine algerische Angelegenheit. Doch der Chef der FAF, dessen Aufgabe es war, Algerien bei der Wahl der Mitglieder des Exekutivkomitees der CAF gut zu positionieren, schaffte es nicht, den begehrten Sitz zu erhalten, der vom Libyer Abdul Hakim Al-Shalmani überholt wurde.

Fehlender kontinentaler Einfluss

Eine vernichtende Niederlage, die die Grenzen des Zefizef-Systems aufzeigte. Als schlechter Diplomat hatte der jetzige Ex-Präsident der FAF das Ausmaß der algerischen Ambitionen nicht eingeschätzt. Algier hat seit fünf Jahren keinen Einfluss mehr auf CAF. Fünf lange Jahre, in denen Algerien hoffte, sich zu erholen. Ohne Erfolg. Und die Auswirkungen dürften furchtbar sein: Algerien, das die CAN 2025 organisieren wollte, könnte in dieser Hinsicht durchaus mit leeren Händen dastehen und von seinem marokkanischen Rivalen überholt werden.

Gerade Marokko bleibt ein fester Bestandteil des afrikanischen Fußballs, mit einem allgegenwärtigen Fouzi Lekjaâ, wenn es darum geht, an CAF oder sogar an die FIFA zu erinnern. Letzterer hatte das Sagen, als Patrice Motsepe gewählt wurde. Algerien, sie blieb im Schatten lauern. Und Zefizef gelang es nie, sich aus einer gewissen Anonymität zu befreien.

Es bleibt nun abzuwarten, wie sich die FAF verhalten wird. Neben Azddine Arab, dem Vizepräsidenten und Interimspräsidenten des Gremiums, ist der ehemalige Sportminister Raouf Salim Bernaoui gut aufgestellt, um die Leitung der FAF zu übernehmen. Eine politische Entscheidung, denn die FAF braucht eben ein politisches Profil. Aber wird Bernaoui, wenn er gewählt wird, in der Lage sein, die verlorene Zeit in weniger als einem Jahr aufzuholen? Reaktion in den kommenden Monaten.

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